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Meine eigene Website mit KI entwickeln – ganz ohne Programmierkenntnisse

Wie ich über Monate mit ChatGPT ein eigenes CMS entwickelt habe, obwohl ich selbst nicht programmieren kann. Was gut funktioniert hat, wo ich an Grenzen gestoßen bin und warum Fachwissen manchmal wichtiger ist als der perfekte Prompt.

Von David Nguyen9.10.2026Aktualisiert am 11.10.20267 Min. Lesezeit
Meine eigene Website mit KI entwickeln – ganz ohne Programmierkenntnisse

Die Idee: Ein eigenes CMS ohne Programmierkenntnisse

Ich bin wahnsinnig stolz auf davidwelt.de. Nicht, weil meine Website technisch etwas völlig Neues wäre, sondern weil dahinter ein eigenes Content-Management-System steckt, das ich mithilfe künstlicher Intelligenz entwickelt habe.

Das Besondere daran: Ich kann selbst gar nicht programmieren.

Die Idee entstand aus meiner Neugier auf KI. Ich wollte herausfinden, wie weit man heute ohne klassische Programmierkenntnisse kommen kann. Mein Ziel war von Anfang an, ein eigenes CMS zu entwickeln und darauf aufbauend eine persönliche Website zu erstellen.

Gleichzeitig wollte ich einen Ort schaffen, an dem ich meine Erfahrungen, Interessen und mein Wissen langfristig festhalten kann.

Warum also nicht beides miteinander verbinden?

So entstand schließlich davidwelt.de – eine persönliche Wissensplattform, bei der nicht nur das Schreiben, sondern auch die technische Weiterentwicklung Teil meines Hobbys ist.

Für die Entwicklung meiner Website nutze ich eine kostenpflichtige Premiumversion von ChatGPT. Damit habe ich über mehrere Monate hinweg an meinem CMS gearbeitet, neue Funktionen entwickelt und bestehende verbessert.

Mein größter Vorteil: Ich wusste, was ich wollte

Ganz ohne Vorkenntnisse bin ich nicht gestartet. Ich komme aus der Medienbranche und habe vor vielen Jahren bei einem internationalen Medienverlag gearbeitet. Dadurch hatte ich konkrete Vorstellungen davon, wie ein CMS funktionieren sollte: mit einer vernünftigen Artikelverwaltung, einem übersichtlichen Editor und der Möglichkeit, Inhalte nach Themen zu organisieren.

Auch technische Anforderungen waren mir vertraut. Durch meine berufliche Erfahrung im digitalen Medienumfeld wusste ich beispielsweise, dass eine Website unter bestimmten Voraussetzungen eine Consent-Management-Plattform (CMP) benötigt.

Ich musste mir also nicht erst erklären lassen, was ein CMS leisten sollte. Meine Herausforderung bestand darin, diese Vorstellungen technisch umzusetzen.

Die KI wurde für mich zum Werkzeug, um vorhandenes Fachwissen in funktionierende Software zu übersetzen.

Monatelanges Prompten: So entstand mein CMS

Wer glaubt, ich hätte ChatGPT einfach geschrieben „Erstelle mir ein CMS“ und wenige Minuten später meine fertige Website gehabt, liegt ziemlich falsch.

Über mehrere Monate habe ich praktisch jedes Detail mit der KI erarbeitet. Ich beschrieb die gewünschte Funktion, ließ mir den entsprechenden Code erstellen, übernahm ihn in Visual Studio Code und testete anschließend das Ergebnis.

Manchmal klappte das erstaunlich gut. In anderen Fällen wurde aus einer vermeintlich kleinen Änderung eine stundenlange Fehlersuche.

Mit der Zeit entstand trotzdem ein umfangreiches CMS. Heute basiert davidwelt.de auf Next.js, TypeScript und einer PostgreSQL-Datenbank. Zu den Funktionen gehören unter anderem:

  • Automatisches Speichern: Änderungen im Editor werden ohne manuelles Speichern gesichert.

  • Artikelvorschau: Ich kann kontrollieren, wie ein Beitrag später auf der Website aussieht.

  • SEO-Score und Google-Vorschau: Ich kann die Suchmaschinenoptimierung direkt beim Schreiben überprüfen.

  • Interne Verlinkungen: Artikel lassen sich miteinander verbinden.

  • Themenwelten: Inhalte können thematisch organisiert und verknüpft werden.

  • Interaktive Rechner: Besucher können beispielsweise Baufinanzierungen oder ETF-Renditen berechnen.

Natürlich könnte ich vieles davon auch mit WordPress oder einem anderen bestehenden System umsetzen.

Aber darum ging es mir nicht. Ich wollte bewusst ausprobieren, wie weit ich mit KI bei der Entwicklung einer eigenen Anwendung kommen kann.

Und genau das machte die monatelange Arbeit trotz aller Schwierigkeiten so interessant.

Warum Fachwissen manchmal mehr bringt als gute Prompts

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse war, dass gute Ergebnisse nicht ausschließlich davon abhängen, wie geschickt man einen Prompt formuliert.

Oft ist es viel effektiver, der KI bereits ausgearbeitete Grundlagen zur Verfügung zu stellen.

Mein Annuitätenrechner: Excel als Grundlage

Für meinen Baufinanzierungsrechner hatte ich bereits eine komplexe Excel-Tabelle vorbereitet. Darin waren die Berechnungen enthalten, die später auch der Online-Rechner durchführen sollte.

Statt ChatGPT lediglich darum zu bitten, einen Annuitätenrechner zu entwickeln, lud ich meine Excel-Datei hoch.

Die KI konnte dadurch nachvollziehen, welche Berechnungslogik ich bereits ausgearbeitet hatte und welche Ergebnisse ich erwartete. Ihre Aufgabe bestand anschließend darin, diese Logik in einen interaktiven Webrechner zu übertragen.

Das sparte mir enorm viel Zeit. Hätte ich sämtliche Berechnungen, Abhängigkeiten und Sonderfälle ausschließlich über einzelne Prompts erklären müssen, hätte die Entwicklung vermutlich mehrere zusätzliche Tage gedauert.

Außerdem konnte ich die Ergebnisse mit meiner Excel-Tabelle vergleichen. Gerade bei Finanzrechnern ist das entscheidend: Eine ansprechende Oberfläche bringt wenig, wenn die Berechnungen nicht stimmen.

Meine Erkenntnis: Manchmal spart eine gut vorbereitete Excel-Tabelle mehr Zeit als zehn zusätzliche Prompts.

Dieses Beispiel hat mir gezeigt, dass man die KI nicht alles selbst erarbeiten lassen muss. Je konkreter die fachlichen Grundlagen sind, desto zielgerichteter kann sie bei der technischen Umsetzung helfen.

Die Grenzen: Fehlversuche, Halluzinationen und Frust

So beeindruckend die Möglichkeiten von KI sind, die Entwicklung verlief keineswegs immer reibungslos.

Einige Funktionen wollten einfach nicht funktionieren.

ChatGPT schlug eine Lösung vor, ich übernahm den Code und testete ihn. Wenn das Problem weiterhin bestand, schilderte ich den Fehler und bekam den nächsten Vorschlag.

Also wieder Code austauschen, speichern und testen – manchmal über Stunden.

Besonders mühsam war, dass sich die KI gelegentlich im Kreis drehte. Ein neuer Vorschlag führte nicht unbedingt zu einer besseren Lösung. Teilweise wurden sogar Änderungen empfohlen, die wir bereits ausprobiert hatten.

Irgendwann musste ich selbst entscheiden, dass eine bestimmte Funktion den Aufwand nicht mehr wert war.

Das war eine wichtige Erfahrung: Nicht jedes Feature muss unbedingt umgesetzt werden.

Auch KI halluziniert

Ein weiteres Problem waren falsche Annahmen oder technische Erklärungen, die bei genauerer Betrachtung nicht stimmten.

Das Tückische daran: Die Antworten klangen oft sehr überzeugend.

Gerade weil ich selbst nicht programmieren kann, musste ich lernen, solche Vorschläge kritisch zu hinterfragen. Wenn eine Erklärung unlogisch erschien oder eine Änderung offensichtlich nicht zum Problem passte, hakte ich nach und konfrontierte die KI mit meinen Beobachtungen.

Manchmal war genau das der entscheidende Schritt.

KI ist ein hervorragendes Werkzeug. Aber es schadet definitiv nicht, selbst mitzudenken. Man kann es auch so sehen: Es ist ein Sparringspartner, der auch Fehler macht.

Funktionierender Code bedeutet nicht automatisch zuverlässige Software

Eine weitere Erkenntnis betrifft die langfristige Nutzung. Zwischen einem funktionierenden Prototyp und einer dauerhaft zuverlässigen Anwendung liegt ein großer Unterschied.

Eine neue Funktion kann bestehende Komponenten beeinträchtigen. Deshalb sind Tests, Datensicherungen und regelmäßige Wartung wichtig.

Auch Sicherheitsfragen darf man nicht unterschätzen. Nur weil KI eine Anmeldung oder Datenbankabfrage programmiert, bedeutet das nicht automatisch, dass die Umsetzung sicher ist.

Ich behaupte deshalb nicht, dass mein CMS professionell entwickelten Systemen in jeder Hinsicht gleichwertig ist.

Für mein Hobbyprojekt zählt zunächst, dass ich eine funktionierende Plattform geschaffen habe, die meine Anforderungen erfüllt.

Was ich gelernt habe – und warum ich weitermache

Im Rückblick beschreibt ein Wort meine Rolle bei der Entwicklung wahrscheinlich am besten: orchestrieren.

Den eigentlichen Code hat überwiegend ChatGPT geschrieben. Ich habe dagegen Anforderungen formuliert, fachliches Wissen eingebracht, Berechnungen vorbereitet, Funktionen getestet und über die weitere Entwicklung entschieden.

Dadurch konnte ich Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenführen und daraus etwas Eigenes schaffen.

Das macht mich allerdings noch lange nicht zum Softwareentwickler. Wenn ich ohne KI ein größeres Stück Next.js-Code schreiben müsste, wäre ich in kürzester Zeit verloren gegangen.

Trotzdem habe ich viel gelernt.

Ich verstehe heute besser, wie mein CMS aufgebaut ist, welche Aufgaben einzelne Dateien übernehmen und warum Änderungen manchmal unerwartete Auswirkungen haben.

Vor allem kann ich Probleme präziser beschreiben und größere Aufgaben in kleinere Schritte zerlegen.

Die Mischung aus Schreiben und Entwickeln macht den Reiz aus

Ich betreibe davidwelt.de ausschließlich als Hobby.

Auf der Website möchte ich persönliche Erfahrungen festhalten und mich mit Themen beschäftigen, die mich interessieren – von Finanzen und Technik bis hin zu Familienreisen, Haus und Garten.

Gleichzeitig macht es mir unglaublich viel Spaß, das CMS weiterzuentwickeln und die Möglichkeiten von KI auszuprobieren.

Mal schreibe ich einen neuen Artikel, mal ergänze ich eine Funktion und manchmal verbringe ich mehrere Stunden damit, etwas Bestehendes zu verbessern.

Diese Mischung ist für mich genau das, was das Projekt interessant macht.

Natürlich würde ich mich freuen, wenn irgendwann viele Menschen meine Artikel lesen und davon profitieren. Aber ich muss mit der Website kein Geld verdienen, und sie muss auch nicht erfolgreich werden.

Sie soll vor allem über viele Jahre wachsen und mir Freude bereiten.

Mein Fazit: KI kann programmieren, aber das Mitdenken nicht vergessen

Ich hätte mir früher kaum vorstellen können, ohne Programmierkenntnisse eine Website mit eigenem CMS, Datenbank, Benutzerverwaltung und interaktiven Rechnern zu betreiben.

Der Weg dorthin war teilweise erstaunlich einfach, häufig aber auch mühsam. Kurz gesagt: Es war/ist sehr viel Fleißarbeit.

Würde ich das Projekt noch einmal beginnen, würde ich vieles genauso machen. Vielleicht würde ich einzelne Funktionen früher verwerfen und manche Anforderungen besser vorbereiten. Aber auch diese Erfahrungen gehören dazu.

Man muss heute nicht unbedingt programmieren können, um eine eigene Softwareidee umzusetzen. Man muss aber wissen, was man erreichen möchte, Ergebnisse kritisch hinterfragen und vor allem Geduld mitbringen.

KI hat mir die technische Umsetzung ermöglicht. Die Richtung musste ich trotzdem selbst vorgeben.

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