Sechs Tage Saigon mit zwei kleinen Kindern – zwischen Großstadtchaos und Familienabenteuer
Im März 2026 waren wir mit unseren beiden Kindern in Saigon. Für unsere Kinder war es die erste Reise nach Asien und gleichzeitig ein Besuch im Heimatland. Zwischen unzähligen Mopeds, tropischer Hitze, Straßenküchen und modernen Hochhäusern haben wir eine Stadt erlebt, die kaum unterschiedlicher zu unserem Alltag in Deutschland sein könnte.

Von der Münchner Kälte direkt in die tropische Hitze
Vom 2. bis 8. März 2026 waren wir gemeinsam mit unseren beiden Kindern in Saigon, Vietnam. Es war die erste Station unserer Asienreise, bevor es anschließend nach Bangkok weiterging.
Für unsere Kinder war es die allererste Reise nach Asien. Gleichzeitig war es eine besondere Reise, denn Vietnam ist das Heimatland ihrer Oma.
Zu Hause hatten wir mit unserer Tochter schon oft „Urlaub“ gespielt. In unseren Rollenspielen sind wir meistens nach Gran Canaria geflogen. Und nun waren wir tatsächlich auf einer großen Reise, nur eben nicht nach Gran Canaria, sondern nach Vietnam.
Schon bei unserer Ankunft wurde deutlich, wie groß der Unterschied zu unserem Alltag in Deutschland sein würde. Während Anfang März im Münchner Umland noch winterliche Temperaturen herrschten, erwartete uns in Saigon eine drückende, schwüle Sommerhitze.
Doch nicht nur das Klima war eine Umstellung. Überall fuhren Mopeds, es wurde gehupt, Menschen saßen auf kleinen Plastikhockern am Straßenrand und bereiteten Essen zu. Dazu kamen eine "fremde" Sprache, bunte Lichter, Werbung und unzählige Eindrücke.
Für unsere Kinder war das eine regelrechte Reizüberflutung. Besonders bei unserem Sohn haben wir die Umstellung bemerkt.
Unser Hotel mitten im District 1
Während unseres Aufenthalts übernachteten wir im Hato Hotel Saigon im District 1.
Für uns war die zentrale Lage besonders praktisch. Viele der bekannten Sehenswürdigkeiten, Einkaufszentren und Restaurants befinden sich in diesem Teil der Stadt. Mit zwei kleinen Kindern wollten wir möglichst flexibel bleiben und nicht für jede Unternehmung lange durch die Stadt fahren müssen.
Überall gab es kleine Straßenstände und Garküchen, an denen frisch gekocht wurde. Trotzdem waren wir beim Essen anfangs noch etwas vorsichtig. Gerade mit zwei kleinen Kindern wollten wir kein unnötiges Risiko eingehen. Eine Magen-Darm-Erkrankung wäre schließlich das Letzte gewesen, was wir auf unserer Reise gebraucht hätten.
Deshalb war das große Einkaufszentrum Saigon Centre häufig unsere erste Anlaufstelle, wenn wir etwas essen wollten. Dort gab es zahlreiche Restaurants und eine angenehm klimatisierte Umgebung auf europäischem Hygienestandard.
Nach ein paar Tagen wurden wir allerdings mutiger und probierten auch das Essen an den Straßenständen. Und was soll ich sagen? Es war lecker, günstig und wir hatten keinerlei Magenprobleme.

Mein viertes Mal in Saigon – nach 17 Jahren
Für mich persönlich war es bereits die vierte Reise nach Saigon. Allerdings lag mein letzter Besuch ganze 17 Jahre zurück.
Damals war ich mit meinen beiden Freunden unterwegs. Wir haben bis heute regelmäßig Kontakt und mittlerweile sind sogar unsere Kinder miteinander befreundet. Wenn ich daran denke, wie wir damals gemeinsam durch Saigon gezogen sind und heute selbst mit unseren Familien unterwegs sind, merke ich erst, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist.
Auch Saigon hat sich in diesen 17 Jahren aus meiner touristischen Perspektive enorm verändert.
Die Stadt wirkte auf mich deutlich moderner und sauberer als damals. Überall sah ich neue Hochhäuser, moderne Einkaufszentren und Restaurants. Natürlich gibt es weiterhin die unzähligen Mopeds, das lebhafte Straßenleben und die kleinen Straßenküchen. Aber insgesamt hatte ich den Eindruck, dass sich die Stadt in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt hat.
Es war interessant, einen Ort nach so langer Zeit wiederzusehen und gleichzeitig in einer völlig anderen Lebensphase dort zu sein.
Jetlag mit zwei Kindern – wenn der Mittagsschlaf bis 22 Uhr dauert
Eine besondere Herausforderung in den ersten Tagen war unser Jetlag.
Unser Schlafrhythmus war komplett durcheinander. Es kam tatsächlich vor, dass wir uns mittags nur kurz hinlegen wollten und erst gegen 22 Uhr wieder aufwachten.
Mit zwei kleinen Kindern ist das natürlich nicht ganz ideal. Vor allem dann nicht, wenn plötzlich alle Hunger haben und der eigentliche Tag schon vorbei ist.
Zum Glück war die Versorgung in Saigon auch spätabends überhaupt kein Problem. Entweder gingen wir spontan zu 7-Eleven oder bestellten uns über Grab etwas zu essen.
Gerade Grab war für uns unglaublich praktisch. Wir konnten unkompliziert warme Mahlzeiten bestellen, die direkt zu unserem Hotel geliefert wurden. Das Essen war warm, lecker, die Auswahl riesig und die Preise im Vergleich zu Deutschland viel günstiger.
So konnten wir unsere Kinder auch zu ungewöhnlichen Uhrzeiten problemlos versorgen. Selbst diese etwas chaotischen Abende gehöre zu den Erinnerungen, über die wir heute gerne zurückdenken.
Die Innenstadt: Zwischen Shopping und Straßenleben
Wir waren unter anderem im Diamond Plaza und im Saigon Centre unterwegs. Beide Einkaufszentren zeigen die moderne Seite der Stadt und waren bei den hohen Temperaturen eine willkommene Abwechslung.
Auch die Nguyen Van Binh Book Street haben wir besucht. Die kleine Bücherstraße mit ihren Buchhandlungen und Cafés wirkt im Vergleich zum sonstigen Trubel beinahe ruhig.

Nguyen Hue Walking Street – das Highlight für unsere Tochter
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Nguyen Hue Walking Street am Abend.
Meine Tochter hat es regelrecht geliebt, dort Zeit zu verbringen. Sie konnte einfach dasitzen, die vielen Menschen beobachten und das lebendige Treiben genießen. Auch spätabends waren noch zahlreiche Familien mit ihren Kindern unterwegs.
Natürlich blieben wir auch von den Straßenverkäufern nicht verschont. Einer schaffte es tatsächlich, mir einen kleinen Spielzeugdrachen für unsere Tochter zu verkaufen. Für umgerechnet etwa 1,50 Euro (50.000 Dong) war das aber absolut in Ordnung.
Ein weiteres Highlight war das gemeinsame Eisessen am Abend. An verschiedenen Tagen fanden auf der Promenade unterschiedliche Veranstaltungen statt. Mal gab es Musik, mal kleinere Events und immer wieder etwas Neues zu entdecken.
Besonders schön fand ich die Momente, in denen meine Tochter plötzlich anfing, zur Musik zu tanzen. Ganz spontan, mitten zwischen den vielen Menschen.
Für mich hatte die Nguyen Hue Walking Street einen wirklich tollen Vibe. Es war einer dieser Orte, an denen man gar nicht unbedingt etwas Bestimmtes unternehmen musste. Einfach dort sein, das Geschehen beobachten und den Abend genießen.
Wenn ich Saigon noch einmal besuchen würde, wäre die Nguyen Hue am Abend definitiv wieder ein fester Bestandteil unseres Programms.

Die Cafe Apartments – tolle Idee, falsches Café
Auch die bekannten Cafe Apartments an der Nguyen Hue haben wir besucht. Das ehemalige Wohngebäude, in dem sich heute zahlreiche kleine Cafés und Geschäfte befinden, ist schon von außen ein echter Hingucker.
Die Auswahl an Cafés war allerdings so groß, dass wir uns kaum entscheiden konnten. Und leider haben wir offenbar das falsche erwischt.
Die Preise waren für vietnamesische Verhältnisse ziemlich hoch, die Qualität dafür enttäuschend. Das Eis kam offensichtlich aus einer gewöhnlichen Supermarktverpackung und die Getränke wirkten lieblos zubereitet. Auch geschmacklich waren die Kombinationen ziemlich eigenartig.
Schade, denn das Gebäude selbst und die Idee dahinter fand ich wirklich interessant. Vielleicht hatten wir einfach Pech mit unserer Auswahl. Beim nächsten Mal würde ich mir vorher ein Café heraussuchen, statt spontan irgendeines zu besuchen.

Märkte, Streetfood und vietnamesisches Essen
Natürlich gehörte auch das vietnamesische Essen zu unserer Reise.
Den bekannten Ben-Thanh-Markt haben wir ebenfalls besucht. Allerdings war es dort so unglaublich heiß und stickig, dass wir eigentlich nur einmal durchgelaufen sind. Länger wollten wir uns bei diesen Temperaturen mit den Kindern nicht dort aufhalten.
Kulinarisch ist mir besonders das Cơm Tấm bei Takka in Erinnerung geblieben. Das traditionelle vietnamesische Reisgericht war richtig lecker und gehörte für mich zu den Highlights unserer Reise.
Auch die bekannten Bánh Mì von Huynh Hoa wollten wir unbedingt probieren. Statt selbst dorthin zu fahren, haben wir die Sandwiches ganz bequem über Grab bestellt und direkt zu unserem Hotel liefern lassen.
Was ich an Vietnam besonders mag, ist die Vielfalt des Essens. Ob im Restaurant, an einer kleinen Garküche oder einfach per Lieferung ins Hotel – man bekommt oft richtig gutes Essen zu sehr günstigen Preisen.

Besonderes Cafés und Saigons Nachtleben
Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten haben wir auch einige außergewöhnliche Cafés besucht.
Besonders das King Koi Cafe und das Oasis Cafe waren für unsere Kinder ein echtes Highlight. Beide lieben es, Fische zu beobachten und zu füttern. Entsprechend fasziniert waren sie von den vielen Fischen, die es dort zu entdecken gab.
Für uns waren diese Cafébesuche eine schöne Abwechslung zum üblichen Sightseeing. Während wir etwas trinken konnten, hatten unsere Kinder ihren Spaß beim Beobachten und Füttern der Fische.

Bui Vien Walking Street – laut, bunt und völlig verrückt
Auch die bekannte Bui Vien Walking Street haben wir besucht. Die Straße ist für ihre zahlreichen Bars, bunten Lichter und das ausgelassene Nachtleben bekannt.
Für unsere Kinder war es ein echtes Spektakel. Überall blinkte und leuchtete es, während aus den Bars ohrenbetäubend laute Musik dröhnte. Dieses ganze Bling-Bling fanden die beiden unglaublich spannend.
Mir dagegen war die Musik teilweise so laut, dass ich das Gefühl hatte, mein Trommelfell würde gleich platzen.
Trotzdem war es ein besonderes Erlebnis. Die Bui Vien zeigt eine völlig andere Seite Saigons: schrill, laut und voller Energie. Einmal durchlaufen hat uns allerdings gereicht.
Landmark 81 und Thao Dien – unterwegs mit Grab
Nicht alle unsere Ausflüge hatten wir im Voraus geplant. Vieles entschieden wir spontan, je nachdem, wie fit unsere Kinder waren und worauf wir gerade Lust hatten.
Dabei war Grab für uns unglaublich praktisch. Über die App konnten wir unkompliziert ein Taxi bestellen und mussten uns nicht mit dem teilweise chaotischen Straßenverkehr auseinandersetzen.
So besuchten wir unter anderem Landmark 81, das höchste Gebäude Saigons. Der imposante Wolkenkratzer steht sinnbildlich für die moderne Entwicklung der Stadt. Gerade im Vergleich zu meinem letzten Besuch in Saigon vor 17 Jahren fand ich es beeindruckend, weil es damals die Skyline noch gar nicht gab.
Ein weiterer Ausflug führte uns nach Thao Dien im District 2, einem Stadtteil, der sich deutlich vom hektischen District 1 unterscheidet.
Dort besuchten wir den Bereich rund um 28 Thao Dien mit seinen Cafés und Restaurants. Die Umgebung wirkte auf uns etwas entspannter und bot eine schöne Abwechslung zum Trubel der Innenstadt. Lediglich die ganzen Mücken haben gestört.
Gerade mit zwei kleinen Kindern war diese Flexibilität Gold wert. Wir mussten nicht jeden Tag komplett durchplanen, sondern konnten spontan entscheiden, ob wir noch etwas unternehmen oder lieber zurück ins Hotel fahren wollten.

Saigon mit zwei kleinen Kindern – eine besondere Erfahrung
Eine Reise nach Saigon mit zwei kleinen Kindern ist super anstrengend. Allein die Kombination aus Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, Verkehr, Jetlag und unzähligen neuen Eindrücken kann anstrengend sein.
Wir haben deshalb versucht, unseren Tagesablauf möglichst flexibel zu gestalten. Einkaufszentren, Cafés und kleinere Pausen gehörten genauso dazu wie die eigentlichen Sehenswürdigkeiten.
Gerade bei unserem Sohn hatten wir den Eindruck, dass er die vielen neuen Eindrücke erst einmal verarbeiten musste.
Trotzdem finde ich es schön, dass unsere Kinder diese Reise erleben konnten. Auch wenn unser Sohn später vermutlich keine bewussten Erinnerungen mehr daran haben wird, bleibt es für uns als Familie eine besondere Erfahrung.
Mein Fazit: Saigon ist anstrengend, aber schön
Nach sechs Tagen in Saigon bleibt mir vor allem eines in Erinnerung: Diese Stadt ist unglaublich lebendig.
Die unzähligen Mopeds, die tropische Hitze, das Essen auf den Straßen und die Gegensätze zwischen einfachen Garküchen und modernen Wolkenkratzern machen Saigon zu einem besonderen Reiseziel.
Mit zwei kleinen Kindern war die Reise anstrengender, als wenn wir allein unterwegs gewesen wären. Gleichzeitig haben wir viele Eindrücke gesammelt, die wir so in Deutschland niemals erlebt hätten.
Besonders schön finde ich den Gedanken, dass unsere Kinder zum ersten Mal das Land kennengelernt haben, aus dem ihre Oma stammt.
Und wenn ich an meinen letzten Besuch vor 17 Jahren zurückdenke, wird mir bewusst, wie viel sich verändert hat. Nicht nur Saigon ist moderner geworden. Auch mein eigenes Leben sieht heute völlig anders aus. Damals war ich mit meinen beiden Freunden unterwegs, heute mit meiner Frau und unseren beiden Kindern.
Nach sechs Tagen ging unsere Reise weiter nach Bangkok. Dort erwartete uns eine weitere asiatische Millionenmetropole, die wir wiederum ganz anders erlebt haben.
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