Fast 8 Jahre im eigenen Haus: Meine Erfahrungen
Als Paar eingezogen, heute leben wir hier zu viert. In fast zehn Jahren hat sich nicht nur unser Alltag verändert, sondern auch die Art, wie wir unser Haus nutzen. Heute hat fast jeder Raum seine Aufgabe – und auf viele Freiheiten möchten wir nicht mehr verzichten.

Als wir in unser Reihenmittelhaus gezogen sind, waren wir zu zweit. Heute leben wir hier zu viert mit zwei kleinen Kindern. Das Haus ist in dieser Zeit natürlich nicht größer geworden. Unser Leben darin aber schon. Am Anfang hatten wir eigentlich viel mehr Platz, als wir wirklich brauchten. Heute nutzen wir praktisch jeden einzelnen Raum. Gleichzeitig hat mich das Eigenheim selbst verändert: Ich bin handwerklicher geworden, habe mir mein eigenes Homeoffice aufgebaut und im Keller Platz für Sport, Kinder und Werkzeug geschaffen. Und irgendwann merkt man, wie sehr man sich an all diese Möglichkeiten gewöhnt hat. Aus dem eigenen Haus wird langsam ein goldener Käfig.
Früher brauchten wir eigentlich nur drei Räume
Unser Haus ist ein ziemlich klassisches Reihenmittelhaus. Die Raumaufteilung ist entsprechend standardisiert. Keine außergewöhnliche Architektur und keine riesigen offenen Flächen. Rückblickend empfinde ich gerade das als einen großen Vorteil. Als wir zu zweit eingezogen sind, spielte sich unser Leben hauptsächlich in drei Räumen ab. Andere Zimmer waren zwar vorhanden, hatten aber noch keine wirklich wichtige Aufgabe. Heute sieht das anders aus. Aus freien Zimmern wurden Kinderzimmer, ein Raum wurde zum richtigen Homeoffice und im Keller entstanden Spielzimmer, Fitnessbereich und Hobbywerkstatt.
Corona hat mein Verhältnis zum Homeoffice verändert
Eine der größten Veränderungen kam mit Corona. Vorher war ein Arbeitszimmer praktisch. Plötzlich wurde es zu einem Raum, in dem ich einen großen Teil meines Tages verbrachte. Also habe ich angefangen, ihn entsprechend einzurichten. Aus einem einfachen Arbeitsplatz wurde nach und nach mein persönliches Homeoffice mit einer Ausstattung, mit der ich wirklich gerne von zu Hause arbeite. Interessanterweise endet die Nutzung aber nicht mit dem Feierabend. Dann wird aus dem Arbeitsplatz mein Hobbyraum. Ich spiele dort am PC, arbeite an davidwelt.de, bearbeite Fotos oder probiere Dinge am Rechner aus. Das Homeoffice ist damit gleichzeitig Arbeitsplatz und persönlicher Rückzugsort geworden.
Das eigene Haus hat mich handwerklicher gemacht
Eine weitere Veränderung hätte ich beim Einzug wahrscheinlich ebenfalls nicht erwartet: Ich bin durch das Haus handwerklicher geworden. Nicht, weil ich irgendwann beschlossen hätte, Heimwerker zu werden. Es passiert eher automatisch. Etwas muss gebohrt werden. Eine Wand wird gespachtelt. Ein Schalter soll ausgetauscht oder eine kaputte Rollladenlamelle ersetzt werden. Mit jedem kleinen Projekt traut man sich anschließend etwas mehr zu. Mittlerweile habe ich sogar auf dem Stellplatz vor unserem Haus Teile meines Autos selbst lackiert. Viele dieser Dinge hätte ich früher wahrscheinlich entweder gar nicht gemacht oder jemanden dafür beauftragt.
Aus dem Keller wurde Fitnessstudio, Spielzimmer und Werkstatt
Besonders schätzen gelernt habe ich unseren Keller. Dort habe ich einen eigenen Fitnessbereich und kann trainieren, ohne irgendwo hinfahren zu müssen. Für unsere kleinen Kinder gibt es ein Spielzimmer, in dem Spielzeug auch einmal liegen bleiben kann, ohne dass deswegen das Wohnzimmer dauerhaft zum Kinderzimmer wird. Dazu kommt eine kleine Hobbywerkstatt. Keine professionelle Werkstatt, sondern einfach ein Bereich mit Werkzeug und Platz für die alltäglichen Arbeiten am Haus. Gerade diese eher unspektakulären Flächen sind für unseren Alltag mittlerweile ziemlich wertvoll geworden.
Das Haus spart mir heute auch Wege und Zeit
Ein Vorteil, den ich früher wahrscheinlich unterschätzt hätte, ist die Zeit, die mir das Haus heute spart. Ich kann im Homeoffice arbeiten, im Keller trainieren, kleinere Arbeiten direkt in meiner Werkstatt erledigen und die Kinder haben ihr Spielzimmer im Haus. Für viele Dinge muss ich nicht erst irgendwo hinfahren. Gerade mit zwei kleinen Kindern ist das für mich inzwischen ein echter Luxus. Weniger Wege bedeuten nicht nur mehr Komfort, sondern vor allem mehr Zeit für andere Dinge.
Als Eigentümer ist plötzlich alles dein Problem
Die Freiheit eines Eigenheims hat allerdings eine zweite Seite: Man ist für alles selbst verantwortlich. Als Mieter gibt es bei vielen Problemen einen Vermieter oder eine Hausverwaltung. Im eigenen Haus muss man sich selbst darum kümmern. Fugen müssen irgendwann neu gezogen, Rollladenlamellen ausgetauscht und kleinere Schäden repariert werden. Und manchmal wächst sogar Unkraut dort, wo man es überhaupt nicht erwartet – bei uns zum Beispiel auf dem Dach. Das übernimmt allerdings mein Nachbar dankenswerter Weise. Über die Jahre habe ich jedenfalls gelernt: Ein Haus ist nie wirklich fertig. Irgendetwas gibt es immer zu reparieren, pflegen oder verbessern.
Auch ein kleiner Garten verändert den Alltag
Unser Garten ist nicht besonders groß. Trotzdem möchte ich ihn nicht mehr missen. Natürlich bedeutet auch ein kleiner Garten Arbeit. Der Rasen muss gemäht, gedüngt und bewässert werden und Unkraut wächst ebenfalls zuverlässig weiter. Dafür bekommt man einen zusätzlichen Lebensraum. Im Sommer wird gegrillt oder Pizza gemacht, die Kinder können draußen sein und wir müssen dafür nicht erst irgendwo hinfahren. Einfach die Tür öffnen und draußen sein zu können, klingt banal. Im Alltag ist es aber ein kleiner Luxus - ein echtes Privileg.
Vom Paar zur vierköpfigen Familie
Wir wohnen noch immer im selben Haus wie zu Beginn. Unsere Anforderungen daran haben sich aber komplett verändert. Wir sind als Paar eingezogen und heute eine vierköpfige Familie. Räume, für die wir anfangs kaum Verwendung hatten, brauchen wir inzwischen ganz selbstverständlich. Gerade deshalb weiß ich heute die unspektakuläre und standardisierte Raumaufteilung unseres Reihenmittelhauses zu schätzen. Sie hat sich über verschiedene Lebensphasen hinweg als erstaunlich flexibel erwiesen. Beim Hauskauf weiß man eben noch gar nicht, wie man die einzelnen Räume viele Jahre später tatsächlich nutzen wird.
Und irgendwann wird daraus ein goldener Käfig
Über die Jahre haben wir das Haus immer mehr an unser Leben angepasst. Heute möchten wir auf viele dieser kleinen Freiheiten kaum noch verzichten.
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