Warum ich mein eigenes CMS entwickelt habe
Ein eigenes CMS bietet maximale Flexibilität, bessere Performance und volle Kontrolle über Inhalte und Monetarisierung.

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Wer eine Website starten möchte, hat heute die Qual der Wahl. WordPress, Ghost, Strapi, Contentful und viele weitere CMS-Systeme ermöglichen es, innerhalb weniger Minuten einen Blog oder eine Website online zu bringen. Trotzdem habe ich mich bewusst dazu entschieden, mein eigenes CMS zu entwickeln. Nicht, weil bestehende Systeme schlecht wären. Ganz im Gegenteil: Für die meisten Websites sind sie wahrscheinlich die bessere Wahl. Für mich stand jedoch nicht nur das Ziel im Vordergrund, Artikel zu veröffentlichen. Ich wollte verstehen, wie ein modernes Content-Management-System funktioniert – und eine Plattform entwickeln, die exakt zu meinen eigenen Anforderungen passt. Außerdem wollte ich mein eigenes KI-Projekt starten, weil ich erst in meiner Arbeit gemerkt habe, wie mächtig ChatGPT geworden ist. Ehrlicherweise hatte ich nur wenig Erfahrung im Programmieren. Dank moderner KI ist das „Wie“ heute jedoch längst nicht mehr so entscheidend wie noch vor einigen Jahren. Dadurch konnte ich mich deutlich stärker auf die eigentliche Idee und deren Umsetzung konzentrieren.
Warum überhaupt ein CMS?
Ein CMS (Content Management System) ist die Schaltzentrale einer Website. Hier werden Artikel geschrieben, Seiten verwaltet, Bilder hochgeladen, Inhalte veröffentlicht und Suchmaschineninformationen gepflegt. Je größer eine Website wird, desto wichtiger wird ein gutes CMS. Es entscheidet darüber, wie effizient Inhalte erstellt, gepflegt und über viele Jahre hinweg verwaltet werden können. In meinen vergangenen beruflichen Stationen durfte ich mehrere Jahre mit CMS-Systemen arbeiten und ihre Stärken aus erster Hand kennenlernen. Dabei habe ich auch erkannt, welche Funktionen ich wirklich benötige. Dank der heutigen Möglichkeiten der KI ist es inzwischen tatsächlich möglich, ein eigenes CMS zu entwickeln – selbst ohne Programmierkenntnisse.
Ein fertiges CMS ist für die meisten Menschen die richtige Wahl
Bevor ich auf die Vorteile meines eigenen Systems eingehe, möchte ich eines klarstellen: Wenn das vordergründige Ziel darin besteht, möglichst schnell eine Website online zu bringen, würde ich fast immer ein bestehendes CMS empfehlen.
WordPress, Ghost oder ähnliche Systeme bieten:
einen schnellen Einstieg
tausende Erweiterungen
große Communities
regelmäßige Sicherheitsupdates
unzählige Designvorlagen
Innerhalb weniger Stunden kann bereits eine professionelle Website entstehen.
Warum ich trotzdem mein eigenes CMS entwickelt habe
Meine Motivation war eine andere.
Ich wollte nicht nur Inhalte veröffentlichen.
Ich wollte verstehen.
Ich wollte wissen:
Wie werden Artikel gespeichert?
Wie funktioniert eine Medienverwaltung?
Wie entsteht eine Suchfunktion?
Wie erstellt man SEO-Metadaten?
Wie funktioniert eine Sitemap?
Wie verbindet man Themen miteinander?
Wie entwickelt man ein Dashboard?
Wie organisiert man hunderte Artikel?
Je tiefer ich in diese Fragen eingestiegen bin, desto mehr wurde mir klar: Ich entwickle nicht nur eine Website. Ich entwickle ein Produkt. Ich entwickle mein persönliches Baby.
Kein Ballast, sondern genau die Funktionen, die ich brauche
Ein allgemeines CMS muss Millionen unterschiedlicher Anwendungsfälle unterstützen. Mein CMS muss dagegen nur einen einzigen Nutzer glücklich machen: mich. Deshalb kann ich Funktionen entwickeln, die exakt zu meiner Arbeitsweise passen.
Zum Beispiel:
Evergreen-Markierungen
Review-Intervalle
persönliche Notizen
Zielgruppen-Felder
individuelle SEO-Einstellungen
Themen-Hierarchien
interne Verlinkungen
speziell auf meinen Workflow abgestimmte Dashboards
Ich muss keine Plugins kombinieren und keine Kompromisse eingehen. Ich muss für keine Plugins Geld ausgeben, weil ich die Plugins selber erstellen lasse ;-).
Ich lerne, in Systemen zu denken
Rückblickend ist das wahrscheinlich der größte Gewinn. Beim Entwickeln eines CMS programmiert man nicht einfach einzelne Seiten. Man beginnt, in Systemen zu denken.
Plötzlich stellt man sich Fragen wie:
Welche Informationen gehören zusammen?
Welche Daten brauche ich wirklich?
Wie verhindere ich doppelte Arbeit?
Wie mache ich das System in fünf Jahren noch wartbar?
Wie kann ich neue Funktionen hinzufügen, ohne alles umzubauen?
Diese Denkweise lässt sich auf viele andere Bereiche übertragen – weit über Softwareentwicklung hinaus. Langsam wird deutlich, dass das „Wie“ immer weniger zum entscheidenden Faktor wird. Mit dem Aufstieg leistungsfähiger KI-Systeme verändert sich auch das Verständnis von Expertenwissen. Lange Zeit galt als Experte, wer ein bestimmtes Handwerk oder eine Fachdisziplin bis ins Detail selbst beherrschte. Heute zeichnet sich jedoch ein Paradigmenwechsel ab. Immer häufiger geht es darum, die richtigen Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu erkennen und verschiedene Werkzeuge sinnvoll zu orchestrieren, anstatt jede fachliche Tätigkeit selbst auszuführen. Dadurch gewinnen das „Was“ und vor allem das „Warum“ zunehmend an Bedeutung. Wer ein klares Ziel verfolgt, Probleme richtig einordnet und fundierte Entscheidungen trifft, kann KI gezielt einsetzen, um Lösungen zu entwickeln. Fachwissen bleibt wichtig – doch die Fähigkeit, es strategisch mit den Möglichkeiten der KI zu verbinden, wird zu einer immer wertvolleren Kompetenz.
Ein eigenes CMS verändert den Blick auf Software
Seit ich mein eigenes CMS entwickle, schaue ich Websites mit anderen Augen an. Ich frage mich nicht mehr nur, wie eine Seite aussieht.
Ich frage mich:
Warum wurde dieser Workflow gewählt?
Welche Datenbank steckt dahinter?
Wie funktioniert die Suche?
Wie werden Inhalte miteinander verknüpft?
Warum wurde genau diese Benutzeroberfläche entwickelt?
Was genau möchte ich damit erreichen?
Man beginnt, Software zu analysieren, statt sie nur zu benutzen.
Langfristig spart ein eigenes CMS Zeit
Ein eigenes CMS zu entwickeln kostet anfangs deutlich mehr Zeit als die Nutzung einer bestehenden Lösung. Ich selbst habe über zwei Monate hinweg – jeden Tag ein wenig – an meinem CMS gearbeitet und es von Grund auf entwickeln lassen. Erst danach konnte ich die ersten Artikel veröffentlichen.
Jede Funktion muss zunächst selbst konzipiert und umgesetzt werden. Mit der Zeit kehrt sich dieses Verhältnis jedoch um. Da mein CMS exakt auf meine Arbeitsweise zugeschnitten ist, kann ich neue Inhalte deutlich schneller erstellen, veröffentlichen und pflegen. Ich muss mich nicht an ein fremdes System anpassen – stattdessen passt sich das System meinen Anforderungen an.
Ein weiterer Vorteil: Während ich mein CMS kontinuierlich weiterentwickle, lerne ich bei jeder neuen Funktion etwas dazu. Dadurch entsteht nicht nur ein Werkzeug, das perfekt zu mir passt, sondern auch ein wertvoller persönlicher Lernprozess.
Unabhängigkeit statt Plugin-Abhängigkeit
Viele bekannte CMS-Systeme leben von Erweiterungen. Das funktioniert hervorragend – solange alle Plugins gepflegt werden. Ein eigenes CMS gibt mir dagegen vollständige Kontrolle.
Ich entscheide:
welche Funktionen es gibt,
wann sie erweitert werden,
wie sie aussehen,
und wie sie miteinander zusammenarbeiten.
Das bedeutet zwar mehr Verantwortung, aber auch deutlich mehr Freiheit.
Performance Vorteile
Außerdem komme ich aus der Medienbranche und habe über viele Jahre erlebt, dass umfangreiche CMS-Systeme mit unzähligen Plugins und Drittanbieter-Diensten Webseiten mit der Zeit häufig langsamer machen. Mit jeder zusätzlichen Erweiterung wächst die Komplexität, wodurch Ladezeiten steigen und die Performance leiden können. Dabei wird in der Praxis oft nur ein Bruchteil der verfügbaren Funktionen tatsächlich genutzt. Gleichzeitig laufen im Hintergrund immer mehr Skripte und Prozesse, von denen viele kaum noch einen echten Mehrwert bieten. Das macht ein System nicht nur langsamer, sondern auch aufwendiger zu warten und weiterzuentwickeln. Genau deshalb wollte ich von Anfang an nur die Funktionen entwickeln, die ich wirklich benötige. Neue Features und Integrationen sollen erst dann hinzukommen, wenn sie einen echten Mehrwert schaffen. So bleibt das CMS schlank, performant und wächst nur dort, wo es für mich tatsächlich sinnvoll ist.
Das eigentliche Ziel war nie das CMS
Je länger ich an meinem Projekt arbeite, desto mehr merke ich: Das CMS ist gar nicht das eigentliche Ergebnis. Das eigentliche Ergebnis ist das Wissen, das dabei entsteht und der Weg dorthin.
Ich lerne täglich etwas über:
Softwarearchitektur
Datenbanken
Suchmaschinenoptimierung
Performance
Benutzerfreundlichkeit
Sicherheit
Produktentwicklung
Projektmanagement
Selbst wenn meine Website niemals große Besucherzahlen erreichen würde, hätte sich dieses Projekt für mich bereits gelohnt.
Mein Fazit
Ich glaube nicht, dass jeder sein eigenes CMS entwickeln sollte. Für viele Projekte wäre das sogar die falsche Entscheidung. Für mich war es jedoch genau der richtige Weg. Nicht, weil mein CMS besser ist als WordPress etc. Sondern weil der Weg dorthin mich zwingt, komplexe Probleme zu verstehen, in Systemen zu denken und jeden Tag etwas Neues zu lernen. Und genau deshalb ist mein eigenes CMS für mich weit mehr als nur ein Werkzeug zum Schreiben von Artikeln. Es ist eines der spannendsten Lernprojekte, die ich bisher begonnen habe. Und ich freue mich, dass System über hoffentlich nächsten Jahr kontinuierlich weiterzuentwickeln.
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